Seeschwimmen Karlsfelder See

120 Athleten bei gelungener Freiwasser-Event-Premiere des SV Dachau

Dachauer Posch siegt im Karlsfelder See

Dachau/Karlsfeld – Am Ende, bei der Siegerehrung, schien sogar die Sonne. Und so fand das 1. Freiwasserschwimmen des SV Dachau im Karlsfelder See sogar noch hinsichtlich der Äußerlichkeiten ein Happy End. Der Wettkampf davor war indes geprägt von starken Leistungen, aber ebenso starker Bewölkung mit vereinzelten Schauern und Wassertemperaturen von knapp oberhalb der Außentemperatur. Es gibt durchaus bessere Bedingungen im Frühsommer. Aber vom Schafskälteeinbruch ließen sich die 104 Athleten nicht beeindrucken und bescherten den Organisatoren eine gelungene Event-Premiere.

Als Sigi Gattinger, Abteilungsleiter der initiierenden Triathlon-Abteilung des SV Dachau bei den abschließenden Worten am Wettkampfende eine Neuauflage der Veranstaltung im nächsten Jahr in den Raum stellte, signalisierten die teilweise aus Nürnberg, Ingolstadt, Erding, Augsburg und Traunreut angereisten Neopren-Athleten jedenfalls lautstark Zustimmung. Da waren von den vielen Jugendlichen –ein Viertel der Starter waren unter 18 Jahre alt – aber die meisten schon bibbernd ins Warme geflüchtet. Vor allem, wer an diesem unwirtlichen Junivormittag ohne Neo ins Wasser schlüpfen „durfte“, wurde von den Zuschauern nicht wirklich beneidet.

Hinsichtlich der Teilnehmerzahl und vor allem beim Wetter gibt es durchaus noch Luft nach oben, wenn man an Fortsetzungen denkt. Sportorganisatorisch war es auch dank vieler Helfer aus den Reihen des SVD ein Event, der reibungslos verlief und hohen Freiwasser-Ansprüchen gerecht wurde. Und sportlich auch: Fernando Santana (Jahrgang 1983, Exathlon) war über die Mammutdistanz von 4500 Metern der Schnellste und verpasste es nach 1:01:19,71 Std. nur ganz knapp, die Schallmauer von einer Stunde zu knacken. Die Schnellste der Damen über dieselbe Distanz, Isabel Wurst (2000, SG Stadtwerke München), benötigte nur siebeneinhalb Minuten länger.

Bei langsam verklingendem Nieselregen schickte Dachaus Oberbürgermeister Florian Hartmann (SPD) die Teilnehmer des Volksschwimmens über 500 Meter ins Rennen. Das gewann der aus Karlsruhe (!) angereiste Olaf Jörg (1964, SSC Karlsruhe, Heimatverein des SVD-Vorsitzenden Rainer Rupprecht), der die Kurzdistanz zum Einschwimmen für die folgende 3000 Meter-Hauptaufgabe nutzte. Sebastian Kölbl (2004, SV Dachau) wurde Zweiter, sein Vereinskamerad Mario Dietl Vierter. Bei den Damen siegte Eva Dahlinger (1960).

Gestartet von Dachaus Sportreferent Günter Dietz (CSU) ging um 10 Uhr das Hauptfeld auf die 1500 Meter lange mit Bojen abgesteckte „Dreiecks-Runde“. Je nach Lust, Laune, Selbstkasteiungspotenzial und Power konnte die Runde bis zu dreimal, bis zur Maximaldistanz von 4500 Metern, absolviert wurden. Entlang der Strecke sorgten 20 Einsatzkräfte der Wasserwacht, Ortsgruppe Karlsfeld, unter der Einsatzleitung von Tobias Fritsch für die Sicherheit der Schwimmer. Am Hauptfeld patrouillierten Wasserwacht-Boote, stets zwei Schwimmer auf Rettungsbrettern, zudem standen Rettungstaucher für den Notfall, der zum Glück ausblieb, parat. Beim Landgang, dem Wechsellauf zur zweiten bzw. dritten Runde, standen Obst und Getränke für die Athleten bereit. Im Catering-Zelt warteten Sandwiches, Kuchen und Tee auf alle „Finisher“, die nach Beendigung des Rennens  auch ein Andenken an das 1. Freiwasserschwimmen des SVD im 90. Jahr des Vereinsbestehens erhielten.

Unter den wachsamen und interessierten Augen der Zuschauer, unter ihnen auch SVD-Vorsitzender Rainer Rupprecht und Martin Kristmann, Leiter der Schwimmabteilung des TSV Karlsfeld, der Umkleide- und Duschmöglichkeiten in seinem Sportheim zur Verfügung stellte, entwickelte sich ein spannender Wettkampf.

Über die Kurzdistanz gab es nach 1500 Metern ein Herzschlagfinale, denn Andreas März (2002, SG Stadtwerke München) holte sich am Ende nur um 75 Hundertstelsekunden vor Jonas Fröhlich (1995, MTV Pfaffenhofen) den ersten Platz! Nach zwei weiteren Stadtwerke-Athleten (Yael Balz, Florian Lenhart) kam Felix Kowarik-Strömer (1998), Lokalmatador vom SVD, als schnellster Dachauer als Fünfter ins Ziel. Auch sein Coach, Michael Posch (1970), nutzte den „Heimvorteil“ als Veranstalter. Posch, Abteilungsleiter des SVD und Headcoach der mit insgesamt 16 Athleten vertretenen SVD-Schwimmer, siegte über 1500 Meter in der Mastersklasse vor Klaus Gattinger (1971, Kaufering) und Thomas Enzner (1966, Stadtwerke München). Bei den Damen holten Lisa Börnigen (2001) und Amelie Richwien (2003) einen Doppelsieg für die SG Stadtwerke München. Dahinter kamen Zoe Frei (2001) und Lisa Kowarik-Strömer (2000) als beste Dachauerinnen als Vierte und Fünfte ins Ziel. Bei den „Golden Oldies“ der Damen siegte Ariete Lorenz (1963, TuS Traunreut).

Über 3000 Meter hatte bei den Männern nach einem weiteren Wimpernschlag-Krimi Sebastian Wenk (2000, Stadtwerke München) am Ende die Nase um 59 Hundertstelsekunden vor Florian Wölfl (1990, Kaufering) vorn.  Tim Schneider (1988) vom SVD wurde Achter. Bei den Masters siegte der Karlsruher Olaf Jörg mit zehn Sekunden Vorsprung vor Ralf Hammer (1962, Stadtwerke München). Bei den Damen gewann Anna Herbst (2000, TSV Erding) souverän mit über sechs Minuten Vorsprung vor Sonja Hänert (1977). SVD-Powergirl Bianca Dietl (2001) kam als Fünfte nur zwei Minuten nach der Bronzegewinnerin Sina Mikolaizik (1981, Ingolstadt) ins Ziel. Die Masterwertung entschied Anja Ritter (1964) souverän für sich.

Über die Königsdiziplin von 4,5 Kilometern setzte sich Fernando Santana in der Kategorie „Männer 1“ schnell ab und schwamm zum ungefährdeten Start-Ziel-Sieg. Stefan Hönisch (1977, SR Dachau Tri) hatte als Zweiter fast neun Minuten Rückstand. In der Masterwertung blieb es bis auf die letzten Meter hochspannend, auch hier fiel die Entscheidung erst im Laufspurt aus dem Wasser über die Zielmarkierung. Am Ende setzte sich Steffen Harzig (1962, Tri Team Fürstenfeldbruck) mit nicht einmal drei Sekunden Vorsprung vor dem ältesten Teilnehmer im Wettbewerb, Klaus Dahlinger (1957) durch. Dritter wurde Wolfgang Klausner (1965, TSV Karlsfeld Triathlon). Sven Höfer vom gastgebenden SV Dachau, wurde Achter.

Die Damenwertung gewann Isabel Wurst (Stadtwerke München) mit zwölf Minuten Vorsprung vor Rita Steger (1984, Delphin Augsburg). In der Masters-Wertung der Ladys war Heidi Amrhein (1970, VfL Kaufering Triathlon) nicht zu schlagen, auch nicht von der Zweitplatzierten, Kerstin Harzig (1970, Tri Team Fürstenfeldbruck), die bis auf zwei Minuten heranschwamm.

Die Mannschaftswertung – vier Sportler konnten ein Team bilden –gewannen zwei  Quartette der SG Stadtwerke München vor dem Team „SV Dachau – The Winners“ mit Sebastian Hanselmann (2003), Alexander Hefele (2000), Felix Kowarik-Strömer (1998) und Tim Schneider (1988).

Für den SV Dachau am Start: Sebastian Kölbl (2004), Mario Dietl, Sebastian Hanselmann (beide 2003), Lara Nolte (2002), Bianca Dietl, Zoe Frei, Veronika Kölbl (alle 2001), Lisa Kowarik-Strömer, Vivian Mentzel, Lena Nolte, Hannah Winzer, Alexander Hefele (alle 2000), Felix Kowarik-Strömer (1998), Sven Höfer (1975), Michael Posch (1970), Tim Schneider (1988)

Jürgen Winzer

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